Carina

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Ich bin Artemis, weil ...

….ich viele Facetten der Jagd in mir vereine.

Zugegeben, ich komme nicht aus jenen Familien, bei denen man schon beim Taufbecken ein „Weidmannsheil“ wünscht aber mein Herzblut gehört der Jagd. Aufgewachsen auf unserem landwirtschaftlichen Betrieb und auf unseren Feldern, die ich nun mit anderen Augen sehe, wenn ich durchs Revier streife, wurde mir bald bewusst, dass die Gesamtheit zählt, die Symbiose zwischen Landwirtschaft und Jagd. Im Jahr 2013 löste ich nach erfolgreicher Jagdprüfung meine erste Jagdkarte und bald stellte sich für mich heraus, dass die Jagd so facettenreich ist, wie die Jägerschaft selbst.

Ich wollte also mehr
Die Arbeit mit Tieren war mir in die Wiege gelegt und ich entdeckte die Falknerei für mich. Die hohe Kunst der Beizjagd hat es mir besonders angetan. Seit einigen Jahren bin ich im Herbst in ganz Europa mit meinen gefiederten Jagdkumpanen unterwegs. Ein regelrechtes Jagdfieber kommt aber auf, sobald es mit dem Steinadler raus ins Revier geht. Die Beizjagd ist fair aber kompromisslos. Entkommt das Wild, so hat es seine Chance genutzt. Wird es aber gebeizt, so liegt es an mir, es unter den Fängen des Adlers schnellstmöglich abzufangen. Was ich dabei besonders schätze, ist die gelebte Geschichte, die lebendige Tradition. Mir fiel auf, dass Jäger mit einem Greifvogel auf der Faust auf reges Interesse in der Bevölkerung stoßen, besonders bei Kindern ist die Faszination groß. Bei diesen internationalen Beizjagden habe ich, für mein bisher kurzes Jäger-Dasein, schon viele Reviere gesehen, schon viele Lebensräume vergleichen können.

Doch es war immer noch nicht genug Jagd in mir
Bei diesen Jagdtreffen lernte ich die Jagdmusik lieben. Hornklänge am Morgen, die durch den Nebel schallen, bevor das rege Treiben beginnt oder eine Streckenlegung mit Fackeln, begleitet von feierlichem Schall. Wer da keine Gänsehaut bekommt, hat schlichtes Wasser in den Adern. Und was gibt es Schöneres als Musik zu hören? Richtig! Sie selbst zu spielen. Noten konnte ich zwar lesen, doch der Umstieg vom Holz- auf ein Blechblasinstrument war zu Beginn alles andere als melodisch und die örtliche Jagdhornbläser-Gruppe hatte oftmals ihre liebe Not mit ihrem ersten weiblichen Neuzugang. Mittlerweile werden die Strecken schon mit Begeisterung verblasen und auch die ein’ oder andere Hubertusmesse durfte ich schon mitgestalten. Als ich bei meinem ersten erlegten Hirsch ganz allein ein „Hirsch tot“ zu St. Hubertus sandte, war mein Ansatz aber dann doch etwas zittrig. Oder lag es am Stamperl Zirbenschnaps (nach dem Schuss) auf nüchternen Magen? So oder so ein Erlebnis, das ich ewig in Erinnerung behalten werde.

Mein Motto für die Jagd
„Gib für Liebe alles, selbst dein Gut und Blut!“ Dieser Leitsatz ist auf einem alten Hirschfänger von 1880 graviert. Ich vermute es war ein Geschenk des Lehrprinzen an seinen Schüler, denn viele Ratschläge sind darauf zu lesen. Dieser Spruch hat es mir aber besonders angetan, für mich persönlich besagt er: Gib für die Liebe zur Jagd alles, lasse keinen Neid aufkommen und biete dein Herzblut dafür, lebe die Jagd.

Mein Spleen
Ja, auch die Vorliebe zu historischen Waffen kam mit der Zeit und ich möchte heuer bei einer Treibjagd im kleinen Kreis eine alte Hahnflinte führen – generalüberholt und schusstauglich warten sie auf ihren Einsatz. Immerhin rollierten durch sie schon im vergangenen Jahrhundert die Hasen, warum sollten sie in diesem Jahrhundert nicht rollieren? Wir Grünröcke haben Geschichte, kombinieren wir sie mit neuen Erkenntnissen, mit jungen Gesichtern, mit alten Traditionen und mit frischen Ideen und wir haben die perfekte Mischung um die Jagd durch dieses Jahrhundert zu bringen.

Weidmannsheil, Falknersheil und Horn auf!

 

 

Kategorie: 
Die Jägerin des Jahres 2017 - Kandidatinnen